Stellungnahme zum Leserbrief in der AZ vom 24. Juli 2010 über die Jugendarbeit des FC Amberg:
Es erscheint schon sehr mutig, wenn ein enttäuschter Spielervater in einer Tageszeitung einen Leserbrief veröffentlicht, ohne dass sich der „Betroffene“ unmittelbar dagegen wehren kann.
Dass aber Kinder bzw. Jugendliche von Erwachsenen öffentlich beleidigt werden ist für normal denkende Menschen nicht nachvollziehbar und hat deshalb eine besondere Note. Hier schreibt ein Leser von blamabler Leistung und peinlichem Abstieg aus der Bayernliga. Man sollte aber wissen, dass die C-Junioren-Bayernliga bis zur vergangenen Saison die höchstmögliche Liga im bundesdeutschen Fußball war und bei allem Respekt mit einer Kreisliga nicht im Entferntesten Vergleichbar ist. In dieser Liga spielte der Nachwuchs von Profivereinen. Dass ein Verein wie der FC Amberg diese Liga zwei Jahre lang erhalten konnte und den Jugendlichen aus unserer Region die Möglichkeit verschaffte, gegen Mannschaften des 1. FC Nürnberg, SpVgg Greuther-Fürth, Jahn Regensburg oder die Victoria Aschaffenburg antreten zu dürfen hätte mehr Respekt verdient als der hämische Hinweis eines Leserbriefschreibers. Wir meinen, dass wenn jemand ein Problem mit unserem Verein hat, dass er dieses Problem mit den Verantwortlichen klärt und nicht jugendliche Spieler mit hineinzieht. Deshalb erwarten wir eine Entschuldigung gegenüber den Jungs, die sich auch dann nicht wehrlos ergaben, als sie rechnerisch schon nicht mehr die Klasse erhalten konnten. Wenn dieser Schreiber schon die Historie bemüht, als er vom Abstieg der C-Junioren aus der Oberliga berichtete, müsste er auch wissen, dass den Negativrekord der Bayernliga ein von ihm als attraktiv eingestufter Verein hält. Die sind in unserem Aufstiegsjahr mit nur 4 Punkten abgestiegen.
Nun zur Vorgeschichte: Der Schreiber wirft auf telefonische Nachfrage unsererseits unserem Verein verschiedene Dinge vor. Beispielsweise, dass wir einen Schiedsrichter bestochen haben, damit dieser ein Vorrundenspiel eines Turniers so lange nachspielen ließ, bis wir das Siegtor erzielen konnten. Da soll sich bitte jeder seine eigenen Gedanken machen. Wir sind darüber völlig sprachlos. Ja glaubt denn wirklich jemand so einen Blödsinn? Konnten wir vor dem Spiel schon wissen, dass wir die Nachspielzeit brauchen um ein Tor zu erzielen? Oder haben wir dem Schiri während des Spieles ein Angebot gemacht? Übrigens gab es keine Halbzeitpause um einen entsprechenden Deal abzuschließen.
Darüber hinaus nimmt er uns übel, dass wir verschiedene Spieler nach Amberg geholt haben. Unter anderem einen Spieler, der vor vielen Jahren bereits zu uns wechselte und seit einem Jahr beim TSV 1860 in München spielt. In der kommenden Saison wird er sehr wahrscheinlich B-Junioren Bundesliga spielen. Ja glauben Sie wirklich, dass der Junge dies geschafft hätte, wenn er in Hirschau geblieben wäre? Ohne C-Junioren Bayernliga wäre er in keiner bayerischen Auswahl gestanden. Dann wären die Löwen nicht auf ihn aufmerksam geworden. Wir freuen uns für jeden Spieler, der es bei größeren Vereinen schafft, auch wenn wir ihn dadurch verlieren. Natürlich ist uns bewusst, dass sich die Vereine im Umland nicht freuen, wenn wir unsererseits unsere Kader wieder aufstocken müssen. Aber wenn der Schreiber schon ein „Romantiker“ ist, der glaubt, dass alle Spieler vereinstreu bleiben müssen, stellt sich die Frage, warum sein Sohn in Hahnbach und nicht in Hirschau spielt? Vielleicht weil dort Oberliga gespielt wird? Nun sind wir schon beim nächsten Thema. Glaubt denn irgendjemand, dass die Oberliga dauerhaft ohne Verstärkungen gehalten werden kann. Weder Hahnbach noch Raigering kann dies schaffen. Natürlich spielen auch dort „Fremde“ mit. Oder hat Hahnbach Hirschau schon eingemeindet? Die DJK Ursensollen bzw. JFG AS West musste jüngst gleich 5 Spieler an einen Oberligisten abgeben. Übrigens nicht an den FC Amberg. Das ist halt so. Wir sind sehr froh darüber, dass sich beide Vereine mit diesen Verstärkungen in der Oberliga halten können. Wir fahren doch lieber ein paar Kilometer nach Hahnbach und Raigering als 80 – 100 Kilometer über die Landstrasse in den Bayerischen Wald. Wir sind auch sehr froh, dass die JFG AS West mit ihren B-Junioren die Oberliga doch noch erhalten haben.
Es liegt für uns nahe, dass sich jemand rächen will für verschiedene Dinge, die wir aber nicht weiter ausführen wollen.
Nun weiter zu den Vorwürfen:
- Es wird von vetterlicher Zusammenarbeit mit dem Stützpunkt berichtet und dass die Eltern die Spieler massenweise zum FC bringen, weil sie dermaßen beeindruckt und überfahren werden. Wie – sind alle Eltern mit talentierten Kindern in unserem Landkreis blöd? Was unterstellen Sie diesen Menschen? Im Übrigen ist uns nicht bekannt, dass wir mit dem Stützpunkt kooperieren. Warum wechseln dieses Jahr 4 Spieler unserer D-Junioren nach Weiden? Wenn Weiden schon 4 Spieler von einer Mannschaft benötigt, die wie Sie es bezeichnen noch mit Hängen und Würgen die Oberliga erhält…
- „Erfolg hatte der FC durch die Massen-Rekrutierung der Auswahlspieler trotzdem nicht“ war die nächste Aussage: Hier sind in einem Satz schon 2 Fehler. Unsere beiden B-Junioren-Mannschaften sind ohne einen einzigen Stützpunktspieler in die Landes- bzw. Oberliga aufgestiegen. Und dass, obwohl vor Saisonbeginn 9 Spieler den Verein verlassen hatten. Einer schaffte den Sprung in die Junioren Bundesliga und 7 gingen nach Weiden. Von diesen 7 Spielern sind unseres Wissens nach nur noch maximal 2 tätig. Und dass nach nur einer Saison. Wir sind trotzdem aufgestiegen. Und dass gleich doppelt. Da ab der B-Jugend ein Stützpunktspieler zwingend nach Weiden wechseln muss, haben wir diesen Erfolg folglich ohne Stützpunktspieler erzielt. Vielleicht lag darin der Erfolg. Schließlich schreibt der Autor weiter „Man kann keine Erfolgsmannschaft zusammensetzen aus lauter Auswahlballkünstlern, die aber wenig mannschaftstauglich sind und nicht zusammenpassen. Zum Fußball gehört nun mal die mannschaftsdienliche Mischung aus Arbeit und Können und nicht nur das Auswahltalent.“ Lieber Schreiber! Da sprechen Sie uns aus der Seele. Während unsere ehemaligen Auswahlkünstler abgewandert sind, haben wir mit den Nichtauswahlspielern gleich zwei Meisterschaften hingelegt und dass mit überragendem Vorsprung. Ehrlich gesagt wissen wir nun gar nicht so recht was Sie uns vorwerfen?
- Zitat: „Eigene Jugendspieler aus der A-Jugend des FC haben wenig Aussicht auf Einsatz in der ersten Mannschaft.“ Lieber Beobachter! Am vergangenen Samstag standen von 16 im Kader befindlichen Spielern 10!!! aus der eigenen Jugend!!! Kennen Sie noch einen Verein, bei dem das so ist? Es gibt Landesligisten, die haben nicht mal eine eigene A-Jugend. Man kann in Ihrer Aussage nicht mal von Halbwissen sprechen.
- Zitat: „Es wandern viele Spieler vom FC ab, zu attraktiveren Vereinen …, die fair und ehrlich rekrutieren“. Was hat bitte eine faire und ehrliche Rekrutierung damit zu tun, dass der DFB die Spieler ab der B-Jugend zwingt nach Weiden zu wechseln, wenn Sie weiter gefördert werden wollen. Halten Sie die Menschen, die Zeitung lesen wirklich für geistig minderbemittelt?
Wir sind uns dessen bewusst, dass wir bei vielen Vereinen nicht auf Gegenliebe stoßen, wenn gute Spieler zu uns wechseln. Aber in jeder Region gibt es Vereine, die gute Spieler bündeln und deshalb höherklassig spielen können. Dauerhaft kann ein „kleiner“ Verein nicht Oberliga oder höher spielen. Wenn die Talente gestreut sind, wird keine Mannschaft aus unserer Region über die Kreisliga hinauskommen. Das ist halt leider so. So funktioniert Fussball! Hier und überall auf der ganzen Welt. Das Weltbild ändert sich erfahrungsgemäß, wenn die eigenen Kinder plötzlich das Talent zeigen, höher zu spielen. Die talentierten und erfolgsorientierten Spieler wollen aber BOL und höher spielen. Deshalb kommen sie gerne zu uns. Zum Saisonwechsel sind 81,25 % der Spieler bzw. deren Eltern an uns herangetreten, weil sie bei uns spielen möchten. Keiner wurde gezwungen oder per Strafandrohung zu uns geprügelt. Entsprechend sind nur 18,75 % auf Grund unserer Initiative zu uns gewechselt. Natürlich hat nicht jeder unserer ehemaligen Spieler BOL-Niveau. Aber es ist doch besser, sie spielen bei anderen Vereinen als dass sie bei uns auf der Bank sitzen. Deshalb können wir diesen Vorwurf auch nicht verstehen. Bei allem Verständnis können wir die Aufregung nicht nachvollziehen. Wir rekrutieren unsere Spieler aus Stadt und Landkreis Amberg-Sulzbach. Andere Vereine stellen inzwischen eine Auswahlmannschaft aus vielen Landkreisen zusammen. Das wird sich bei aller Aufregung auch in Zukunft nicht ändern. Auch bei uns nicht. Und auch nicht in Hahnbach oder in Raigering. Vorausgesetzt sie wollen weiterhin in der Oberliga spielen. Da wird es auch in Zukunft noch viel Gesprächsstoff an den zahlreichen Stammtischen im Landkreis geben. Aber lieber Leserbriefschreiber - Wasser predigen und Wein trinken wie in Ihrem Fall ist kein guter Stil. Oder ist der TuS Hirschau nicht gut genug für Sie? Sowas nennt man wohl klassisches Eigentor. Und die C-Junioren freuen sich sicherlich über Ihre Entschuldigung. Am Ende bleibt ein Schmunzeln und die Erkenntnis, dass da scheinbar jemand im wahrsten Sinne des Wortes "heisssssss" gelaufen ist.
Nichts für Ungut – Ihr FC Amberg