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      Unsere Vereinsgeschichte

 

Historie des FC Amberg

von Klaus Högl (Mai 2003)

Im Mutterland auf der Insel war Fußball längst etabliert. In Deutschland war die allgemeine Lage drei Jahre nach dem verlorenen Krieg noch alles andere als geordnet. In Amberg trafen sich am 6. April 1921 insgesamt 27 Sportler in der Gaststätte "Bauernschänke" am Schrannenplatz in Amberg um den "Amberger Fußball-Verein " (AFV) zu gründen. Die Freude auf dem Sportfeld in der Kaiser-Wilhelm-Kaserne dauerte nicht lange, die Reichswehr verbot das Spielen im Kasernenbereich. Am 28. Juli 1921 wurde an der Landsassenstraße für 42 000 Reichsmark vier Tagwerk Grund gekauft, der Verein hatte seine 1. Heimstätte.

1924 schaffte der den Sprung die Kreisliga, am 5. August 1934 wurde mit 1:2 gegen Bayreuth zwar verloren, aber die "moderne Rasensportanlage" am Mosacherweg eingeweiht. Danach wurden die ersten Jugendmannschaften gegründet, am 14. Juni 1936 gewann der Deutsche Vizemeiser VfB Stuttgart nur 1:0 in Amberg. Die Amberger "Soldatenelf" gehörte mit zu den besten Teams in Bayern, am 17.1.1939 wurde aus dem ASV ein "Verein für Leibesübungen" (VFL), dann eine "Bannauswahl" der Hitlerjugend (HJ).

Durch "Verbot und Lizenzentzug" durch die Militärregierung erfolgte 1945 die Auflösung des VFL Amberg. Die 3. Vereinstaufe erfolgte schließlich 1946, nach AFV und VfL wurde in Amberg der " TuS Amberg" der Nachfolgeverein. Das 1. Spiel nach dem Krieg am Mosacherweg wurde mit 12:1 gegen Hirschau gewonnen. Danach stellten sich Erfolg um Erfolg ein:

1946 Oberpfalz- und Süddeutscher Meistertitel für die TuS Jugend,

1947 Oberpfalzmeistermeister mit dem jetzigen Ehrenspielführer Rudolf Messmann

15. Juli 1949: der Verein wurde auf den Namen 1. FC Amberg getauft. Der 1. FC Amberg stand in der Aufstiegsrunde in die Bayerische Landesliga: 5:6 in Weiden gegen Gostenhof und trotz der 106: 25 Toren und 51:5 Punkten wurde der Aufstieg in die 1. Amateurliga nicht erreicht.

Zum 2. Mal Oberpfalzmeister wurde der 1. FC Amberg 1951 mit Trainer Otto Blum. Die Meisterelf ist vielen heute noch geläufig:

Pietrasch, Manfred Herbst, Werner Herbst, Thaler, Braun, Birner ,Schreiner, Thiem, Messmann, Wollak , Lang, Aures, Brunner. Die Aufstiegsspiele zur 1. Amateurliga Bayerns standen an: Passau, Kempten, Günzburg, Aubing ,Perlach München waren die Gegner.

4500 Zuschauer sahen das 5:1 gegen Passau, es folgten dann das 1:1 gegen Aubing, 2:3 gegen Perlach. 5000 Zuschauer waren begeistert, als Kempten mit 1:2 in Amberg verlor und 6000 bejubelten das 4:0 gegen Günzburg – das war der Aufstieg.

Der ganz große Triumph folgte 1952, der 1. FC Amberg wurde Bayerischer Amateurmeister, Michael Grasser war Trainer. "Der Jubel Tausender wollte kein Ende nehmen" feierte die Presse den 1. FC Amberg beim Empfang auf dem Marktplatz. In den folgenden Aufstiegsspiele zur 2. Division scheiterte der 1. FC Amberg.

Im Jahre 1954 wurde dem 1. FC Amberg im Wege des Erbbaurechts das Gelände am Mosacherweg überlassen. 1956/57 erfolgte der Sportheimausbau, am 13.9.1959 gewann der FC Amberg gegen Weiden vor 3500 Besucher mit 4:1, es war der Beginn eines ständig rivalisierenden Wechselspiels der Clubs aus Amberg und Weiden.

"40 Jahre 1. FC Amberg" hieß es am 10.6.1961. Höhepunkt der Feierlichkeiten war das Spiel gegen Admira Wien (1:7). Im Jahr 1965 stand Ehrenspielführer Rudolf Messmann in der Deutschen Amateurnationalmannschaft beim Länderspiel gegen Frankreich. Im gleiche Jahr kämpften der 1. FC Amberg und der Ingolstadt vor 8000 Zuschauer in Regensburg um die Süddeutsche Meisterschaft, nach 0:1 wurde der 1. FC Amberg Vizemeister.

1966 erfolgte der Abstieg in die Bezirksliga Oberpfalz, erstmals kam Trainer Karel Finek Trainer. Und draußen am Mosacherweg neigte sich die Ära dem Ende zu. Plattling war der erste Gegner, der letzte Gegner war am 19. Mai 1973 der SV 73 Nürnberg-Süd, es gab den letzten Sieg (2:0).

Danach tat sich einiges: Drunten am Schanzl wurden seit 1972 bereits durch die Firma Arbogast rund 60 000 qm Boden planiert, der expandierende Amberger FC sollte auf insgesamt 50 000 qm eine neue Heimat bekommen. Es enstand eine zweigeschossiger Flachbau, ein Spielfeld von 110 x 200 Metern, eine reine Spielfläche von 70 x 105 Meter, Trainingsplätze, eine Sauna - damals in Bayern eine der modernsten Sportstätten. 15 Vorstandsmitglieder unterschrieben eine Urkunde, die am 22.7. 1972 mit den damals gänigen Münzen und den beiden Amberger Tageszeitungen eingemauert wurde. Der Verein zählte 800 Mitglieder, am 28.9.1972 wehte der Richtbuschen über der Anlage, rund 1 900 000 DM kostete seinerzeit die Anlagen, 830 000 bekam der Verein von der Stadt Amberg für das Gelände am Mosacherweg, 200 000 DM Darlehen gabs vom BLSV, eine Bausteinaktion erbrachte 330 000 DM. Amberg war führende in der Oberpfalz.

Insgesamt 13 Jahre spielte der FC Amberg in der Bayernliga (438 Punktespiele) bei zwei zwischenzeitlichen Abstiegen in die Landesliga. Das Stadion erlebte seinen "Glanztag" mit der Einweihung am 21. Juli 1973 gegen den FC Nürnberg (3000 Zuschauer/1:1) und acht Tage später gegen den FC Bayern München (9000 Zuschauer/1:12) mit Beckenbauer, Müller, Breitner, Höneß zum Beispiel.

1974/75 stieg Amberg mit Bernd Oles in die Bayernliga auf, der 1. FC Amberg verzeichnete einen Besucherschnitt von 3000 pro Heimspiel.

1976/77 pochte Amberg an die Tür zur 2. Liga,

1978/79 war Egon Herlan Trainer, der 1. FC Amberg wurde Bayer. Vizemeister,

Stefan Reisch war der Trainer in den nächsten zwei Bayernligajahren, turbulent wurde es dann 81//82: mit 5:17 Punkten löste Egon Herlan Stefan Reisch ab. Finek kam wieder, der FC stieg mit ihm am 22. Mai 1982 nach dem 1:3 in Schweinfurt ab.

Im Juli 1982 wurde Hermann Fellner 1. Vorsitzender (nach Georg Grammer, Konrad Flintsch, Edwin Gräf und Josef Schmidl). Zur gleichen Zeit stieg Raigering in die Bezirksliga auf (83/84). In den folgenden Jahren spielten die beiden Stadtclubs sechsmal gegeneinander, sechsmal verlor Raigering.

Am 28. Mai 1983 wurde der 1. FC Amberg in Regensburg vor 10 000 Besuchern Landesliga Vizemeister. Am 7.6.1983 zerstörte Memmingen die Amberger Hoffnungen auf einen Relegations-Aufstieg.

Im Oktober 1984 kam Aki Schmid als Trainer nach Amberg, mit ihm glückte 1986 souverän der Aufstieg in die Bayernliga.

Der 1. FC Amberg hielt sich bis zum 12. Mai 1991 fünf Jahre lang in der Bayernliga, im Jahr 1991 kam das Bayernliga-Aus, pünktlich zum 70. Geburtstag.

Danach kam der 1. FC Amberg sportlich noch mal auf die Beine (Aufstieg in die Bayernliga 1994) stieg zum 3. Mal in die Bayernliga auf. Am 27. Mai 1995 spielte letztmals der 1. FC Amberg (in Schweinfurt) in der Bayernliga. Er stieg freiwillig ab, obwohl er sportlich noch den Klassenerhalt geschafft hätte. Noch am 30.6.1994 wurde den Mitgliedern bei einer Versammlung glauben gemacht eine "Entschuldung von 1,7 Millionen auf Null" sei perfekt, tatsächlich war der Verein nach 74 Jahren nicht mehr sanierbar – hieß es. Und seinen 75. Geburtstag erlebte der 1. FC Amberg nicht mehr, der Verein ist praktisch erloschen

Verloren haben mit dem 1. FC Amberg irgendwie alle, manche ihr Lebenwerk, viele ihre sportliche Heimat, 600 Mitglieder ihren Verein, 250 Jugendliche ihre sportliche Ausbildungsstätte, die Oberpfalz eine der jahrzehntelang führenden Verein.

Neben dem Stadiongelände des 1. FC Amberg, um das anlässlich der Landesgartenschau erhebliche bauliche Veränderungen vorgenommen wurden, führte zur gleichen Zeit der TV Amberg ein bescheidenes Dasein in der damaligen B-Klasse West. Diesem Verein, insbesondere dem couragierten und nimmermüden Fußball-Chef Werner Aichner, war es zu danken, dass nach der Auflösung des 1. FC Amberg zumindest die jugendlichen Fußballer in der A- und B. Jugend-Bayernliga weiterspielen konnten. Zwei Spielzeiten konnten sie die Bayernliga erhalten. Danach folgte der Abstieg aber ein weiter kontinuierlicher Zulauf im Jugendbereich, der FC Amberg hat seine Zugkraft nicht verloren, heute ist der Verein in der Jugendarbeit wieder zu einem der führenden Vereine in der Oberpfalz geworden. Solide und fundierte Ausbildung durch gute Trainer und Betreuer ermöglichten einen ungeahnten Aufschwung binnen sechs Jahren: die B-Junioren spielen wieder in der Bayernliga, die A-Junioren stehen in der Oberliga seit Jahren mit vorne (und haben heuer den Aufstieg vor Augen), beinahe sämtliche Junioren-Klassen können doppelt besetzt werden.

Und was sich bei der Auflösung des 1. FC Amberg 1995 als Fluch erwies, erweist sich jetzt als Segen: Aus dem 1. FC Amberg wurde zuerst der FC im TV Amberg, jetzt der FC Amberg – und das wie.

24. Mai 1998: Nach dem Entscheidungsspiel gegen DJK Ensdorf II (6:5) in Theuern und gegen FC Schlicht (2:1) in Loderhof Aufstieg in die Kreisklasse West

31. Mai 1999: Meister und Direktaufsteiger von der Kreisklasse West in die Kreisliga

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